Elektrostatische Pulverbeschichtung

Das Verfahren "elektrostatische Pulverbeschichtung" beruht auf dem Prinzip, dass sich elektrostatisch entgegengesetzt geladene Teile – das Beschichtungspulver einerseits und das zu beschichtende Werkstück – anziehen. Das Beschichtungspulver wird in einer speziellen Sprühpistole (Corona oder Tribo) elektrostatisch positiv aufgeladen. Mittels Druckluft wird das Pulver zerstäubt und auf das geerdete Werkstück aufgetragen.

Es bildet sich dort ein noch pulvriger Niederschlag. In dem Zustand kommt das Werkstück in den Brennofen. Bei einer Temperatur von ca. 180°C wird hier das Pulver geschmolzen und so zu einem glatten Film vernetzt. Die Pulverbeschichtung hatte bisher den Nachteil, dass es nur auf leitenden Materialien möglich war.

Vorteile elektrostatische Pulverbeschichtung

  • Pulverlacke enthalten keine Lösungsmittel und sind damit sehr umweltfreundlich. Der Lösungsmittelanteil im Nasslack dagegen beträgt durchschnittlich 50%.
  • Beim Pulverlack bleibt die ursprünglich aufgesprühte Schichtstärke zwischen 60 bis 80 µm erhalten. Dadurch sind alle Qualitätsbeschichtungen durch kostensparendes Einschicht-Auftragen, ohne Tropfenbildung erreichbar. Nasslack dagegen schrumpft beim Trocknen- eine Qualitätssicherung ist nur im Mehrschicht-Aufbau möglich (einmaliger Auftrag 20 bis 30 µm).
  • Der am Objekt vorbei gesprühte Pulverlack kann wieder verwendet werden. Somit wird bei der elektrostatischen Pulverbeschichtung bis zu 99,9% Materialausnutzung im Kreislaufbetrieb erreicht.
  • Bei der Verwendung von Pulverlack sind keine besonderen Sicherheitsvorschriften zu beachten. Lösungsmittelhaltige Lacke unterliegen dagegen besonderen Lagervorschriften.
  • Die Automatisierung der Pulverlackverarbeitung ist in vielen Anwendungsbereichen ohne hohen Investitionsaufwand leicht erzielbar.
Pulverbeschichtung Berlin PTL GmbH, Ihr Spezialist für Oberflächenbehandlungen

Wissenswertes zum Thema Pulverbeschichtung

⟩⟩⟩ Abdeck- und Maskierarbeiten

Um bestimmte Bereiche der Werkstücke vor dem Beschichten auszusparen, ist es notwendig Abdeck- u. Maskierarbeiten vorzunehmen. Hierbei ist unbedingt darauf zuachten, dass unseren thermischen Belastungen genügende Materialien benutzt werden. Die Abdeckung ist mit speziell dafür vorgesehenem Klebeband auszuführen. Für die Gewährleistung der entsprechenden Qualität empfehlen wir Ihnen, diese Abdeckarbeiten von unserem Fachpersonal ausführen zu lassen. Sollten Sie dennoch es in „Eigenleistung“ vornehmen wollen, sprechen Sie es bitte vorher mit uns ab, denn die Verwendung herkömmlichen Klebebandes führt zu Lackschäden an den gepulverten Flächen. Zum Maskieren von Bohrungen, Gewinden udgl. Verwenden wir hitzebeständige konische und/ oder zylindrische Spezialstopfen. Bitte bedenken Sie, dass abgedeckte und maskierte Bereiche nach der Pulverbeschichtung z. T. Sehr scharfe Kanten aufweisen können. Prüfen Sie bitte, ob diese Bohrungen und Gewinde erst nach der Beschichtung eingebracht werden könnten. In jedem Fall müssen Sie im Auftrag definieren, welche Ansprüche an das spätere Produkt gestellt werden.

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⟩⟩⟩ Aufhängelöcher

Berücksichtigen Sie bereits bei der Planung Ihrer Teile, dass wir alle Teile hängend bearbeiten. D. h. es werden Löcher oder Ösen in der Regel mit D 4mm benötigt, um Ihre Teile beschichten zu können. Lediglich bei Rohren(rund oder vierkant) besteht die Möglichkeit der gesteckten Aufhängung. Wenn wir diese technologisch notwendigen Löcher bohren oder stanzen, kann es passieren, dass Stellen gewählt werden, an denen Ihrerseits das keinesfalls gewollt ist. Ergeben sich bei Ihrer Planung diesbezüglich fragen, sprechen Sie uns an! Wir finden gemeinsam eine Lösung.

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⟩⟩⟩ Aufkleber

Alle Aufkleber aus selbstklebendem Material müssen von Ihnen im Vorfeld rückstandsfrei von den zu beschichtenden Teilen entfernt werden. Für den Fall, dass Sie auf eine Etikettierung von Teilen nicht verzichten können, sind Stellen auszusuchen, die später nicht im Sichtbereich liegen.

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⟩⟩⟩ Ausgasung bei Gussteilen

Bei Gussteilen und feuerverzinkten Teilen können Ausgasungen entstehen, die zur Blasenbildung und somit zu einer, nicht vermeidbaren, kraterförmigen Oberfläche führen. Da alle Gussarten mehr oder weniger ausgasen, gibt es das Problem der Bildung von Gasblasen nicht nur unter dem Lack, sondern auch im Material selbst. Durch die hohen Temperaturen im Einbrennofen kann es zu einer starken Expansion von Lunker kommen, die das Werkstück zerstören könnten. Schleifrückstände von der Bearbeitung derartiger Teile müssen durch Strahlen der Flächen entfernt werden. Im Vacuralgussverfahren hergestellte Teile sind am besten geeignet, um pulverbeschichtet zu werden.

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⟩⟩⟩ Beschriftung

Beschriftungen aller Art (Edding, Blei- u. Fettstifte), Klebeband, Schutzfolien im sichtbaren Bereich müssen vor der Anlieferung entfernt werden. Durch die nasschemische Vorbehandlung in unserem Hause werden die Beschriftungen dieser Art nicht entfernt. Wir können es nur durch kostenpflichtiges Strahlen gewährleisten.

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⟩⟩⟩ Eingesetzte Bolzen und Blechdoppelungen

Bitte unbedingt darauf achten, dass Bolzen, Buchsen, Gewinde, Doppelungen usw. nur fettfrei und dicht eingesetzt werden. Ansonsten zeigt die Kapillarwirkung erst nach dem Einbrennprozess, dass Ölreste um die eingesetzten Bolzen ausgetreten sind und somit eine Lackhaftung nicht gegeben ist.

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⟩⟩⟩ Fremdgestrahlte Teile

Das Strahlen mit aggressiven Medien (z.B. Korund, Stahlkies) führt zu einer erheblichen Oberflächen- vergrößerung, aber leider auch zu einer massiv erhöhten Korrosionsgefahr. Dies ist insoweit problematisch, da die zu beschichtenden Teile bereits auf dem Weg von Ihrem Strahler zu uns aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit, Handschweiß auf der Oberfläche oder Kondenswasserbildung erneut oxidieren können. Zu einem weiteren Problem kann eine mit zu großer Rauhtiefe gestrahlte Oberfläche werden, da dadurch Lufteinschlüsse unter der fertigen Lackschicht entstehen könnten und u.U. zu einer narbigen Oberflächeführen. Ein zusätzlicher Nachteil ist ein nicht völlig geschlossener Lackfilm mit Kapillaren, die bis auf das Substrat reichen und wiederum zu einer frühzeitigen Oxidation der Teile führen können. Keine Probleme machen mit kugelförmigen Strahlmitteln (Stahlkugeln, Glasperlen) bearbeitete Werkstücke. Diese haben nur eine reinigende, verdichtende und oberflächenhärtende Wirkung. Eine Vergrößerung der Oberflächen zur Lackhaftverbesserung erfolgt mit diesen Strahlmitteln allerdings nicht.

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⟩⟩⟩ Hart- und Weichlöten

Hartlötungen weisen wegen der Verwendung von Flussmitteln immer verkrackte, glasharte Rückstände dieser Flussmittel auf. Zur Entfernung dieser Verkrackungen sind Strahlen, Beizen oder gründliches Putzen als beste Möglichkeiten zu nennen. Weiter kommt es wegen des hohen Wärmeeintrags in den Randbereichen der Lötung leicht zur Oxidbildung. Da die üblichen Einbrenntemperaturen zwischen 195°C und 210°C liegen, zerlegen sich weichgelötete Werkstücke während des Einbrennvorgangs von selbst.

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⟩⟩⟩ Innere Fett- bzw. Ölbelastungen

Fett- bzw. Ölbelastungen im Inneren von Produkten sind leider auch erst zu erkennen, wenn die Ware den Einbrennprozess hinter sich hat. Innengelagerte Fett- bzw. Ölablagerungen im Rohr verflüssigen sich bei einer Einbrenntemperatur von 200°C und fließen durch nicht dicht verschweißte Nähte nach außen und machen somit eine Lackhaftung an diesen Stellen unmöglich. Der Lack wird grünlich-gelbliche Verfärbungen aufweisen und sich zu einem späteren Zeitpunkt garantiert ablösen. Zur Vermeidung dieser Problematik müssen derartige Teile mit Doppelungen und Teileverbindungen, ohne ausreichendes Spaltmaß, bereits vor der Verarbeitung/Verformung entfettet werden.

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⟩⟩⟩ Kratzer, scharfe Kanten und Grat

Da Pulverlacke, wie jedes andere organische Beschichtungsmaterial auch, zu Kantenflucht neigen, sollten scharfe Kanten und Grat, besonders bei korrosionsgefährdeten Werkstücken, auf jeden Fall vermieden werden. Während der Vernetzung besteht die Gefahr, dass sich der Lack über die scharfe Kante oder den Grat zurück zieht und somit an der Kante keine geschlossene Schicht mehr bilden kann. Bei Kratzern auf Oberflächen ist folgende Faustregel zu beachten: Jede Unebenheit, die man mit der Fingerspitze spürt, sieht man später auf der fertigen Lackoberfläche!

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⟩⟩⟩ Laserschnitte

Bei der Blechbearbeitung mittels Laserschnitttechnik bildet sich, sofern nicht mit Stickstoff geschnitten wurde, auf den Schnittkanten eine Oxidschicht, welche sich wie Walzhaut und Zunder- schichten verhält und somit eine optimale Lackhaftung an diesen Kannten unmöglich macht. Da das Entfernen dieser Oxidschicht an den Kanten zusätzliche Kosten verursacht, empfiehlt sich schon im Vorfeld darauf zu achten, dass zu beschichtende Laserprodukte ausschließlich mit Stickstoff geschnitten werden.

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⟩⟩⟩ Reinigung und Pflege

Eine gründliche und korrekte Reinigung von pulverbeschichteten Oberflächen ist einerseits für den Erhalt des dekorativen Aussehens, andererseits zur Verringerung der Korrosionsbelastungen im Außenbereich zwingend notwendig. Für die normale Unterhaltsreinigung ist ausschließlich reines Wasser (nicht über 25°C), ggf. mit geringen Zusätzen eines pH-neutralen Reinigungsmittels zu verwenden. Fettige, ölige oder rußige Substanzen so wie Rückstände von Aufklebern, Silikonkautschuk oder Klebebändern können mit Testbenzin oder Isopropylalkohol mühelos entfernt werden. Hierbei ist allerdings unbedingt, auf die Verwendung eines nicht abrasiven Tuches oder Reinigungswatte zu achten. Es dürfen niemals Lösemittel oder halogenierte Kohlenwasserstoffe zur Reinigung verwendet werden.

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⟩⟩⟩ Rost / Oxidschichten

Oxidschichten auf der Oberfläche Ihrer Werkstücke minimieren die Haftung der aufge-brachten Pulverbeschichtung, die Lebensdauer und die Oberflächengüte. Schon die Wahl eines ungeeigneten Lagerplatzes (zu feucht), oder die Berührung mit feuchten Händen genügt, um eine Oxidschicht sich bilden zulassen. Diese Oxidschichten können nur durch Strahlen oder Schleifen entfernt werden. Die effizienteste Methode zur Oxidentfernung ist, die Bildung von Rost von vornherein zu vermeiden:

  • Durch die Verwendung von Handschuhen während des Fertigungsprozesses. Dies verhindert das Aufbringen von Hautpartikel und Handfett auf Ihr Produkt.
  • Entfettete Werkstückflächen nach der Bearbeitung mit Korrosionsschutzöl, natürlich silikonfrei, einsprühen.
  • Werkstücke nie im Freien lagern.
  • Für ein möglichst trockenes Lagerklima und eine gleichmäßige Raumtemperatur sorgen.

Übrigens: Auch Aluminium „rostet“(oxidiert). Niemals feuchtes Aluminium mit direktem Kontakt aufeinander stapeln. Das gleiche gilt für Zink.

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⟩⟩⟩ Silikon

Silikonkontaminierte Metalloberflächen lassen keine qualitativ hochwertige Pulverlackoberfläche zu. Da Silikon farb- und geruchlos ist, aber in vielen Werkstoffen und Materialien Verwendung findet, wie z. B. in Trennmitteln, Ölen auf Dichtprofilen, Klebern usw., ist es für unsere Mitarbeiter nicht möglich vor dem Einbrennprozess zu erkennen, ob eine Oberfläche bereits mit Silikon in Verbindung gekommen ist oder nicht. Daher ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie als unser Kunde bedenken, dass Silikone hoch hitzebeständig, wasserfest und weitgehend chemikalienresistent sind und sich nur durch spezielle Silikonentferner entfernen lassen. Da wir, wie bereits oben beschrieben, erst nach dem Einbrennprozess erkennen können, dass sich Silikonreste auf dem Werkstück befanden, ist ein genereller Verzicht auf Silikon und / oder silikonhaltiger Materialien eine qualitätssichernde Voraussetzung.

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⟩⟩⟩ Spachtel / Spachteln

Bitte sprechen Sie mit uns, bevor Sie Spachtelarbeiten an Ihren zu beschichtenden Werkstücken vornehmen.

Unter keinen Umständen dürfen die im Naßlackbereich üblicherweise verwendeten Spachtelmedien auf Polyester- oder Epoxidbasis verwendet werden, da diese nicht über die notwendige thermische Stabilität und auch nicht über die elektrische Leitfähigkeit verfügen, welche für ein optimales Beschichtungsergebnis notwendig sind. Auch die speziell für die Pulverbeschichtung angebotenen Spachtelmassen mit den notwendigen Eigenschaften sind, wie in zahllosen Versuchen von uns festgestellt wurde, nur bedingt geeignet. Flächige Spachtelungen sind generell zu vermeiden, da bei diesen immer mit Ausgasungen und Lackablösungen zu rechnen ist. Dies führt zu unterschiedlichen Pulververläufen zwischen gespachtelten und nicht gespachtelten Stellen.

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⟩⟩⟩ Verzinkte Teile / Duplex-System

Stückverzinkte Stahlteile sind mehr oder weniger uneben. Diese Unebenheiten sind nach der Beschichtung oftmals sichtbar und lassen sich nicht vermeiden. Je nach Zinkqualität, kommt es beim Einbrennen der Pulverlacke zu Ausgasungen. Dabei werden Bläschen und Poren (Krater) in der beschichteten Oberfläche sichtbar, häufig ist auch die Pulverlackhaftung unzureichend. Die negativen Einflussmöglichkeiten sind so verschieden, dass es für uns in vielen Fällen kaum möglich ist, eine Aussage über die spätere Beschichtungsqualität treffen zu können. Um jedoch diese o. g. unangenehmen Erscheinungen zu minimieren, empfehlen wir:
Ihren Verzinkungsbetrieb darauf aufmerksam machen, dass Ihre Teile pulverbeschichtet werden. Die stückverzinkten Werkstücke sollen weißrostfrei sein und keine zu starke Zinkschicht aufweisen. Verzinkte Teile nicht der Witterung aussetzen (Vermeidung der Oxidschichtbildung). Werkstücke vor der Bearbeitung tempern und bei der Beschichtung mit einem ausgasungsarmen Pulverlack versehen (dieses Verfahren wird bei uns generell angewendet). Um die Pulverlackhaftung zu erhöhen, sollte das Werkstück vor der Beschichtung gesweept (Fe-frei gestrahlt) werden.

Generell: Je frischer und dünner die Zinkschicht, umso besser das Beschichtungsergebnis!

Trotz Einleitung der o. g. Gegenmaßnahmen kann es gelegentlich zu den genannten Fehlerbildern kommen. Für extrem belastete Teile empfehlen wir das Duplex-System, sprechen Sie uns dazu an.

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⟩⟩⟩ VA-Teile

Aufgrund der geringen Rautiefe von VA muss mit einer geringeren Haftung der Pulverbeschichtung gerechnet werden. Das Strahlen mit ferritfreien Materialien ist bei stark beanspruchten Oberflächen zur besseren Haftung der Pulverlackfläche in jedem Fall zu empfehlen. Im Extremeinsatz (Schiffsbau, Offshore) sollte die Beschichtung auf jeden Fall im DUPLEX-System erfolgen.

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⟩⟩⟩ Verpackung und Transport

Die von unserem Warenausgang verwendeten Verpackungsmaterialen, insbesondere Luftpolster-folien und Kartonagen sind ausschließlich als Transportschutz zu verstehen und keinesfalls dazu geeignet, mit Ihren Werkstücken eingelagert zu werden. In den Folien befinden sich Weichmacher, welche unter dem Einfluss von Wärme, Sonneneinstrahlung aber auch Feuchtigkeit ausgasen und die Lackoberfläche. beschädigen bzw zerstören können. Gleiches gilt für in Kartonagen eingearbeitete Chemikalien.

Achtung: Verpackte Ware niemals der Sonne oder hohen Temperaturen aussetzen und die Verpackung umgehend nach Erhalt entfernen!

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⟩⟩⟩ Walzhaut und Zunder

Für eine optimale Haftung der Pulverbeschichtung ist es notwendig, die bei der Produktion von warmgewalzten Stählen entstehende Walzhaut und Zunderschicht mittels Sandstrahlen von der Oberfläche zu entfernen. Diese Schichten sind zwar relativ hart, gehen jedoch mit dem Stahl eine eher „lose“ Verbindung ein. Eine auf diese Oxidschicht aufgetragene Pulverbeschichtung verbindet sich zwar gut mit der Oxidschicht, nicht aber mit dem eigentlichen Produkt. Bei geringeren Qualitäts- und Optikansprüchen und einer Innenverwendung des zu beschichtenden Werkstückes könnte es vertretbar sein, die Walzhaut- und Zunderschichten nicht zu entfernen. Sprechen Sie mit uns, wir beraten Sie gern.

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⟩⟩⟩ Wasserablaufbohrungen

Kann in hohle Konstruktionen (Schweißkonstruktionen u. ä.) bei der Vorbehandlung Wasser eindringen, benötigen wir an diesem Teil Bohrungen damit das Wasser wieder ablaufen kann. Nicht entferntes Wasser in den Konstruktionen „dampft“ während des Einbrennprozesses aus und zerstört dadurch die aushärtende Lackschicht im näheren Umkreis der Austrittsstelle.

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Hinweise zur Pulverbeschichtung

Wir wollen, dass Sie mit unseren Leistungen und uns stets vollauf zufrieden sind. Um die von Ihnen gewünschte Qualität liefern zu können, ist es von großer Bedeutung, dass Ihrerseits wichtige Punkte / Voraussetzungen beachtet und eingehalten werden. Sollten noch offenen Fragen Ihrerseits bestehen, sprechen Sie uns an. Wir bemühen uns dann gemeinsam um eine Lösung. Bitte berücksichtigen Sie, dass wir die zugesagten Fertigungs- u. Liefertermine nur einhalten können, wenn die genannten Voraussetzungen eingehalten werden.

⟩⟩⟩ Wichtige Punkte / Voraussetzungen

Abdeck- und Maskierarbeiten: Nur mit Abdeck- und Maskierungsmaterialien, die den thermischen Belastungen unserer Pulverbeschichtung angepasst sind.

Aufhängelöcher: Aufhängelöcher sind technologisch notwendig, da alle Teile hängend beschichtet werden.

Aufkleber: Keine Aufkleber! Wenn notwendig, dann auf nicht zu beschichtende Fläche.

Ausgasung: Bei Guss- u. feuerverzinkten Teilen können Ausgasungen entstehen, die zur Blasenbildung und somit zu kraterförmigen Oberflächen führen.

Beschriftung: Keine Beschriftung auf zu beschichtenden Flächen aufbringen, vorhandene bitte fett- und rückstandsfrei entfernen.

Eingesetzte Bolzen und Blechdoppelungen: Buchsen, Bolzen, Gewinde und Doppelungen müssen fettfrei und dicht eingesetzt werden – austretendes Fett und Öl beinträchtigen die Pulverhaftung.

Farben, Farbtoleranzen: Farbe/Farbton, Glanzgrad und Struktur bitte unbedingt vor der Beschichtung klären! Farbsysteme z. B. RAL enthalten definierte Farben. Diese Norm schreibt keine Farbtongrenzen und -abweichungen vor! Deshalb kann es bei der Farbpulverproduktion und Verarbeitung zu Schwankungen im Farbton, Glanzgrad und der Struktur kommen.
Daher empfehlen wir Ihnen, lassen Sie sich vor der Pulverbeschichtung Ihrer Teile von Ihrem Kunden oder den Verantwortlichen in Ihrem Hause Farbmuster mit der „Originalbeschichtung“ freigeben. Gern stellen wir Ihnen dafür Farbmuster zur Verfügung. So kann gewährleistet werden, das ein Kunde seinen Farbton bekommt.

Fremdgestrahlte Teile: Stellen ein Problem dar, da auf dem Transportweg z.B. hohe Luftfeuchtigkeit, Handschweiß, Kondenswasser zur Oxidation der Oberfläche führen können.

Hart- und Weichlötungen: Hartgelötete Teile müssen von uns gestrahlt werden; Weichlot weist nicht die erforderliche Hitzebeständigkeit für das Einbrennen aus.

Innere Fett- und Ölbelastung: Austretende Fette und Öle aus nicht dicht verschweißten Teilen/Korpussen verhindern eine qualitätsgerechte Pulverbeschichtung.

Kratzer, Kanten und Grat: Kratzer, scharfe Kanten und Grat vermeiden! Qualitätsminderung.

Laserschnitte: Zu beschichtende Laserprodukte müssen ausschließlich mit Stickstoff geschnitten werden.

Mangelnde oder schlechte Vorbehandlung: Schruppscheiben und grobes Schleifpapier sind „Gift“ für zu beschichtende Oberflächen! Die entstandenen Unebenheiten werden durch die Farbbehandlung deutlicher sichtbar!

Reinigung und Pflege: Bitte beachten Sie unbedingt die Pflegehinweise weiter oben!

Rost: Nichtmetallische u. metallische Oberflächen oxidieren durch Feuchtigkeit, auch Schweiß. Solche Flächen müssen von uns vorbehandelt, d.h. gestrahlt werden.

Silikon: Oberflächen dürfen vor der Beschichtung niemals mit Silikon in Kontakt kommen.

Spachtel: Sprechen Sie mit uns, bevor Sie Teile spachteln!

Verzinkte Teile: Hinweis an den Verzinker, dass die Teile anschließend gepulvert werden.

VA Teile: Müssen vor dem Beschichten von uns gestrahlt werden.

Verpackung und Transport: Unsere Luftpolsterfolien und Kartonagen sind vor der Einlagerung der Teile grundsätzlich zu entfernen.

Walzhaut und Zunder Sind Feinde der Pulverbeschichtung. Sie sind durch Sandstrahlen zu entfernen.

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⟩⟩⟩ Garantievoraussetzungen

Nachfolgend finden Sie die Garantiervoraussetzungen, die von unseren Pulverlackherstellern ausgegeben werden.

„Eine ordnungsgemäße Wartung und regelmäßiger Service der beschichteten Oberfläche, beides Voraussetzung für die Inanspruchnahme etwaiger Garantieleistungen, erfordert eine regelmäßige Reinigung mindestens einmal jährlich. Bei stärkerer Umweltbelastung, zum Beispiel in Gebieten mit erhöhter Salzbelastung und/oder chemischen Abgasen, d.h. im direkten Einflussbereich oder im Umkreis eines Industrie- oder chemischen Betriebes oder in unmittelbarer Nähe zur Meeresküste oder innerhalb einer definierten chemischen/radioaktiven Niederschlagszone, muss das Gebäude öfter gereinigt werden. Auf diese Weise können eventuelle Schäden frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen rechtzeitig behoben werden. Sollte ein beschichteter Bauteil während des Transports, durch Lagerung oder Montage verunreinigt werden, so muss dessen Reinigung sofort mit klarem kaltem bzw. lauwarmem Wasser erfolgen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen können neutrale oder schwach alkalische Reinigungsmittel verwendet werden. Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Pflege des beschichteten Bauwerks ist, dass das Bauwerk regelmäßig nach den Richtlinien der Gütegemeinschaft für die Reinigung von Metallfassaden e.V. (GRM), ausgeführt durch ein Mitglied der GRM unter Verwendung von durch die GRM für die gütegesicherte Fassadenreinigung von beschichteten Oberflächen zugelassenen Reinigungs- und Reinigungshilfsmittel nach RALGZ 632-1996 - vor jeder Erstreinigung und vor jedem Wechsel zu einem anderen Reinigungs- und Reinigungshilfsmittel während der laufenden Reinigungsintervalle sind diese zusätzlich auf einer mindestens 2 m2 großen, südseitig gelagerten Versuchsfläche an nicht exponierter Stelle auf ihre Eignung zu prüfen.“

Weitere Hinweise zur Wartung und Reinigung erhalten Sie unter anderem von:

  • Aluminium-Zentrale Beratungs- und Informationsdienst in D-40003 Düsseldorf
  • Gütegemeinschaft für die Reinigung von Metallfassaden e.V. (GRM) in D-90402 Nürnberg
  • American Architectural Manufacturer's Association (AAMA) U.S.A., (AAMA 610-1979 Cleaning Procedures)

Quelle zu den Garantievoraussetzungen: www.tiger-coatings.com

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